In den USA hat die Grenzschutz- und Einwanderungsbehörde ICE eine Operation im Bundesstaat Maine begonnen. Das Heimatschutzministerium teilte am Mittwoch mit, die „Operation Catch of the Day“ (Fang des Tages) habe am Dienstag begonnen und richte sich gegen Straftäter.
Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf Insider, in dieser Woche seien mehr als 100 ICE-Mitarbeiter in den im Nordosten gelegenen Bundesstaat entsandt worden. Ein ehemaliger Mitarbeiter sagte, im Mittelpunkt stünden Flüchtlinge. Maine beheimatet mehrere Flüchtlingsgemeinschaften, darunter viele Somalier.
In Maine hat die demokratische Gouverneurin Janet Mills bereits vergangene Woche erklärt, das aggressive Vorgehen der Trump-Regierung sei nicht willkommen. „Wenn die Bundesregierung Haftbefehle hat, dann soll sie sie auch vorzeigen“, sagte Mills am Mittwoch in einer Erklärung. Viele Menschen in ihrem Bundesstaat hätten Angst. Carl Sheline, Bürgermeister der Stadt Lewiston, warf der ICE unmenschliche Terror- und Einschüchterungstaktiken vor. Lewiston hat einen hohen Anteil somalischer Einwohner.
Die Regierung von Präsident Donald Trump hat seit Mitte 2025 verstärkt Einwanderungsbeamte in demokratisch geführte Städte und Bundesstaaten entsandt. Zuletzt waren rund 3000 Bundesbeamte in den Großraum Minneapolis im Bundesstaat Minnesota geschickt worden. Trump bezeichnete die Operationen als notwendig, um die Kriminalität zu bekämpfen. In Minnesota sind Somalier in einen großen Fall von Sozialbetrug verwickelt.
Das Auftreten der bewaffneten und oft maskierten Einsatzkräfte in militärischer Tarnkleidung hatte in Minnesota zu lautstarken Protesten der Bevölkerung geführt. Umfragen zufolge ist die öffentliche Unterstützung für Trumps Vorgehen in der Einwanderungspolitik in den vergangenen Monaten gesunken, da Bundesbeamte durch Wohnviertel zogen, Tränengas einsetzten und mit Demonstranten zusammenstießen. Die Lage hatte sich vor knapp zwei Wochen zugespitzt, als die US-Bürgerin und dreifache Mutter Renee Good in ihrem Auto von einem ICE-Mitarbeiter erschossen wurde.
Eine Sprecherin des Heimatschutzministeriums, Tricia McLaughlin, wies die Kritik zurück. Sie bezeichnete Mills als eine der „Zufluchtspolitikerinnen“ des Bundesstaates, die die Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden blockiere. „Wir lassen nicht länger zu, dass kriminelle illegale Ausländer amerikanische Bürger terrorisieren“, teilte die Sprecherin mit.
Mills, die ihre zweite Amtszeit als Gouverneurin von Maine absolviert, kandidiert für einen Sitz im US-Senat, der derzeit von der Republikanerin Susan Collins gehalten wird. Trumps Einwanderungspolitik dürfte bei den Zwischenwahlen im November, die über die Kontrolle des Kongresses entscheiden, ein wichtiges Thema in Maine und anderen Bundesstaaten sein.
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