Die AfD prüft nach eigenen Angaben den Start eines eigenen Radiosenders nach dem Vorbild des Webradio-Senders Austria First der österreichischen FPÖ. „Konzepte zu ähnlichen Projekten werden aktuell erarbeitet“, sagte ein Parteisprecher der „Bild“-Zeitung. Aktuell sei der Ausgang der Prüfung noch offen, erklärte der Parteisprecher.
Die AfD verfolge das Projekt der FPÖ „mit großem Interesse und tauscht sich mit den Initiatoren aus“, sagte der Parteisprecher. „Bild“ zufolge soll der Parteispitze zeitnah ein Konzept vorgelegt und darüber beraten werden.
Austria First sendet seit dem 17. Januar. Das Programm besteht vorwiegend aus Musik, Nachrichten und politischen Einschätzungen von FPÖ-Politikern. Die rechte Partei unterhält in Österreich bereits einen TV-Sender namens FPÖ TV sowie zahlreiche reichweitenstarke Formate in den sozialen Medien.
Austria First setzt dabei auf einen Mix aus Popmusik und Nachrichten, die von FPÖ-Politikern eingeordnet werden. „Die Ideologiestückchen werden so sanft beigemischt wie die Medikamente in den Babybrei“, schrieb die „Zeit“ über das Programm des Senders.
Laut „Bild“ seien im Zuge der Berichterstattung zum Weltwirtschaftsforum in Davos dabei Vokabeln wie „Globalistentreffen“ und „Finanzkontrolleure“ gefallen. Der Begriff „Globalisten“ wird laut Experten häufig als Codewort von Antisemiten verwendet. „Gerade in Deutschland, wo offener Antisemitismus verboten ist, haben sich Codewörter etabliert. Man redet nicht über ‚Weltjudentum‘, sondern über Globalisten“, erklärte der Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, Meron Mendel, in einem Interview.
Die Parteien AfD und FPÖ stehen schon länger in engem Austausch. Der AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, traf sich vor Kurzem in Salzburg mit FPÖ-Vertretern, um sich für seinen Wahlkampf beraten zu lassen.
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