Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) hat einen neuen Umgang mit den Wählern der AfD gefordert. „Ich kann als Oberbürgermeister nicht einen beträchtlichen Teil der Bürgerinnen und Bürger aus der Stadtgesellschaft ausschließen, weil sie in einer demokratischen Wahl eine undemokratische Partei gewählt haben“, sagte Burmester gegenüber „Focus“. „In Köln wären das bis zu zehn Prozent der Bürgerinnen und Bürger, in anderen Städten noch deutlich mehr.“

Es müsse das Ziel sein, mit AfD-Wählern im Austausch zu bleiben, so Burmester weiter. „In den Sport- und Karnevalsvereinen, als Stadtgesellschaft. Nur so können wir sie doch davon überzeugen, irgendwann auch wieder eine andere Partei zu wählen.“

Einer politischen Zusammenarbeit mit der AfD erteilte Burmester eine Absage. „Ein Austausch mit den Wählern der AfD bedeutet keine Zusammenarbeit mit ihren Funktionären. Die AfD ist und bleibt eine rechtsextreme Partei, mit der ich politisch nicht zusammenarbeiten möchte.“

Köln hofft auf Yad-Vashem-Zentrum

Dem Kampf gegen Rechtsextremismus will Burmester mehr Gewicht geben. Die Stadt Köln ist eine von vier verbliebenen Städten, die sich um das erste Yad-Vashem-Bildungszentrum in Deutschland bewerben.

„Mit der Ansiedlung eines Yad-Vashem-Bildungszentrums wollen wir die Gefahren von Extremismus und Diktaturen noch deutlicher in den Mittelpunkt rücken“, sagte Burmester. „Eine solche Einrichtung wäre ein großes Geschenk für unsere Stadt, gerade auch vor dem Hintergrund, dass Rechtsextremismus und Antisemitismus in unserem Land leider so stark zunehmen wie lange nicht mehr.“

Vertreter der internationalen Holocaust-Gedenkstätte suchen derzeit nach einem Standort für das erste Bildungszentrum von Yad Vashem außerhalb Israels. Unterstützt werden sie dabei auch von der Bundesregierung. Neben Köln sind dem Vernehmen nach München, Düsseldorf und Dresden weiter im Rennen.

Torsten Burmester ist seit November 2025 neuer Oberbürgermeister von Köln. Er folgt damit auf die parteilose Henriette Reker, die zuvor zehn Jahre lang Oberhaupt der Stadt war. Der frühere Sportfunktionär Burmester – er war Chef des Deutschen Olympischen Sportbunds – hatte die Stichwahl in der viertgrößten deutschen Stadt gegen Berivan Aymaz von den Grünen gewonnen.

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