• Heusgen: Es geht nicht um deutsche Atomwaffen
  • "Europäischen Pfeiler" der Nato ausbauen

Der frühere Sicherheitsberater im Kanzleramt, Christoph Heusgen, begrüßt die Idee, Europas Sicherheit durch einen eigenen atomaren Schutzschirm zu erhöhen. Heusgen sagte dem MDR, es gebe seit Jahren den Vorschlag des französischen Präsidenten, die französische Atomkräfte auch zum Schutz Europas einzusetzen. Es sei absolut notwendig, auf dieses Angebot als Ergänzung zum Nuklearschirm der USA einzugehen. Er halte dies für den "richtigen Weg".

Heusgen: Es geht nicht um deutsche Atomwaffen

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Donnerstag strategische Gespräche über einen europäischen atomaren Schutzschirm bestätigt, nannte aber keine Details. Heusgen, der zuletzt die Münchner Sicherheitskonferenz geleitet hatte, betonte, dass es nicht darum gehe, dass Deutschland selbst Atomwaffen erwerbe. Dies würde einen Bruch des internationalen Atomwaffensperrvertrags darstellen. Er glaube auch nicht, dass der Kanzler dies gemeint habe. Er hoffe, dass die von Merz erwähnten Gespräche "in der Tat" stattfinden und man dort konkret überlege, "wie wir unser Verteidigung konkret erhöhen können".

"Europäischen Pfeiler" der Nato ausbauen

Heusgen stimmte Merz zu, der sich in seiner Rede auch dafür ausgesprochen hatte, an der Nato festzuhalten und immer wieder in die transatlantischen Beziehungen zu investieren. Man dürfe allerdings "nicht naiv sein" und müsse den "europäischen Pfeiler in der NATO" immer weiter ausbauen. Und zwar so, "dass man nötigenfalls auch alleine agieren kann". Der frühere Spitzendiplomat rief auch dazu auf, die politische Zusammenarbeit mit anderen Partnern, wie Südamerika oder Indien, auszubauen. Innerhalb der Europäischen Union müsste die Zusammenarbeit vertieft werden. Auch im Bereich der Verteidigung müsse man da enger zusmmenarbeiten, forderte Heusgen.

MDR (dni)

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.